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Unsere Reise ins Südtirol

Wir machen einen Corona Test in der Apotheke und erhalten nach rund 20 Minuten unser Zertifikat, das unser negatives Testergebnis bestätigt. Rund 4 Stunden dauert die Fahrt ins Südtirol in Italien. Im Gepäck haben wir möglichst vielseitige Kleidung, denn das Wetter soll wechselhaft werden. Wechselhaft bedeutet im Südtirol tatsächlich genau das. In der einen Stunde kam die Sonne raus, dann regnete es kurz, es war bewölkt, warm und kalt. Kein Vergleich zum meist gut kalkulierbaren Wetter in der Schweiz. Wenn es regnet, regnet es schliesslich oft den ganzen Tag.


Museum Ladin

Unser erster Stopp ist das Museum Ladin. Auf dem Hügel im Bergdorf thront das Schloss Thurn über der Region. Das Gebäude lässt die alte Zeit lebendig werden. In den Mauern des Schlosses befindet sich das Museum, welches die Geschichte der mehr als 30'000 Dolomitenladiner zeigt. Die gemeinsame Identität der Ladiner basiert vor allem auf deren gemeinsame Sprache, die auf das Volkslatein zurückgeht, sowie die eindrucksvolle Naturlandschaft der Dolomiten.

Der Besuch des Museums erklärt, weshalb ich als Italienerin kaum ein Wort verstehe, wenn die Menschen in der Region miteinander sprechen. Sie sprechen nämlich nicht Italienisch oder Deutsch, wie sonst im Südtirol üblich sondern Ladinisch. Die Tochter der Hausherrin in unserem Chalet erklärt uns dann aber, dass sie in der Schule entweder Deutsch oder Italienisch unterrichtet werden. Ladinisch ist die Sprache, die sie zu Hause und mit Freunden spricht.


Osteria Tlo Platzores

In der Osteria Tlo Platzores kommt alles vom Hof direkt auf den Tisch. Ja wir essen sogar eingelegten Löwenzahn, schmeckt wie Kapern ;-) Das Restaurant gilt als traditionelles Südtiroler Gasthaus und befindet sich direkt auf dem Bauernhof in St. Vigil in Enneberg. Umgeben von Kühen, Schafen und allem, was zu einem richtigen Bauernhof gehört und doch mitten im Dorf. Während die Frau des Bauern die Küche managed und alles zu etwas Leckerem verarbeitet, das der Bauernhof hergibt, kümmert sich der Bauer um die Felder und Tiere. Das sie selbst auch zwei Kinder hat fällt auf, denn ihre liebevolle Art mit Kylara umzugehen führt dazu, dass unsere Kleine ihr schnell überall hin folgt. Definitiv ein Besuch wert und wenn es schon nur für den traditionellen Südtiroler Speck ist mit einem leckeren Glas Südtiroler Wein dazu. Für alle Familien: Es hat auch einen kleinen Spielplatz.



Übernachtung im Hotel Spaces


Das Hotel Spaces befindet sich mitten auf einer Skipiste, mit traumhaft schöner Aussicht. Ganz in der Nähe der Osteria Tlo Platzores. Im Frühling, Sommer ist das Hotel umgeben von grünen Wiesen. Nur die Schneekanonen am Rande der Wiesen lassen die Winterstimmung erahnen. Gleich unter dem Hotel grasen ein paar Alpakas, die neugierig zum Rand des Geheges kamen als wir mit der Kleinen vorbei schauen. Die Aussicht ist übrigens am schönsten vom Zimmer 205 aus ;-) Wir waren im Zimmer 206 und durften noch kurz auf den Balkon im 205. Die Zimmer sind sehr neu, sauber und mit hübscher Aussicht. Das Abendessen im Hotel war ausserdem sehr vielseitig und lecker.



Zipline Adventure in St. Vigil in Enneberg

Es soll die längste Zipline Europas sein. Auf rund 7 Seilen und einer Höhe von bis zu 100 m geht es 3.2 km in die Tiefe. Definitiv ein Adrenalinkick mit schönster Aussicht auf die Dolomiten. Wenn man diese trotz der Angst geniessen kann ;-) Ich habe mich ehrlich nicht getraut und hab Kilian gemeinsam mit Kylara von unten zugeschaut. Natürlich waren wir beim Start und am Ende an vorderster Front dabei. Kylara scheint es ebenfalls bemerkt zu haben, dass ihr Papa was gefährliches macht. Sie hat ihn nämlich selten so fest umarmt als er mit beiden Beinen am Boden wieder vor ihr stand. Das war so süss.


Wanderung zu den Armentara Wiesen

Wir haben den Rand der Schneefallgrenze gefunden. In Stoffturnschuhen und dünnen Jacken. Auf unserer Wanderung zu den Armentara Wiesen haben wir etwas die falsche Ausrüstung eingepackt. Vor allem da die Wanderung eigentlich noch weiter ging bis zur Wahlfahrtskirche in la Crusc. Im Beschrieb hiess es leichte Familienwanderung. Nun ja, mit Kinder ist die Wanderung etwas zu steil. Aber dennoch sehr schön. Das letzte Stück hat Kilian alleine gemeistert. Für mich und Kylara wurde es dann zu steil und der Schnee verdeckte teilweise ganz den Wanderweg. Da waren wir wohl etwas zu früh im Jahr auf 1'600 - 2'000 MüM. Dennoch die kürzere Wanderung von ca. 40 Minuten bis zu den Armentara Wiesen unterhalb des Heiligkreuzkofels können wir sehr empfehlen. Dort ein Picknick mit Blick auf die imposanten Dolomiten.


Übernachtung im Chalet Sotciastel

"Ihr seid unsere ersten Gäste" - begrüsst uns die Inhaberin fröhlich. Die Renovation des Sotciastel Chalet ist tatsächlich wie aus dem Katalog entsprungen und noch gänzlich unberührt. 5 komplett renovierte Zimmer bietet das Gebäude aus dem Jahr 1296 mitten auf dem Bauernhof. Der alte Charme wurde bei der Renovation gänzlich beibehalten ja sogar mehr ins Zentrum gerückt. Es ist eine Zeitreise mit absolutem Luxus-Komfort.


Punkt 18.00 Uhr werden die Tiere im Stall gefüttert, wir dürfen natürlich dabei sein. Während wir die Luft kurz anhalten, bis wir uns an den Geschmack des Stalls gewohnt haben, ist Kylara längst im 7. Himmel angekommen. Umgeben von Kühen, Geissen, Hühnern, Katzen und anderen Kindern möchte sie am liebsten gar nicht mehr weg.


Das Abendessen ist dem Ort entsprechend traditionell und wird von der Hausherrin selbst gekocht, es ist sehr lecker und in der traditionellen Wohnstube mit altem Kamin (inkl. früherem Bettgestell direkt darüber) ein wahres Erlebnis.


Geführte E-Bike Tour in Alta Badia

Am nächsten Tag erkunden wir die Region mit dem Fahrrad. Wir erkunden die Dörfer rund um Alta Badia mit dem E-Bike. Der leichte Regenfall stört uns kaum, denn er wechselt sich ab mit Sonnenschein. Nur die imposanten Dolomiten verstecken sich leider konsequent hinter den Wolken. Aber es lässt sich erahnen mit welcher Präsenz sie die Region prägen. Die Gegend ist perfekt um sie mit dem Fahrrad zu erkunden, so hat man etwas Bewegung und kommt auch an Orte, die mit dem Auto nicht erreichbar sind.


Ein Spaziergang mit Alpakas

Der krönende Abschluss unserer Reise ist ein Spaziergang mit Alpakas Überraschend starrköpfig und selbstbewusst geben die Alpakas die Richtung vor, in die wir laufen. Eine Wiese mit Gras bedeutet ein ausgedehnter Stopp, denn hier können sie sich die Bäuche vollschlagen. Der Stopp kommt uns ganz gelegen, denn das Tempo, dass die Alpakas vorgeben ist nicht ohne ;-) Ausserdem ist es ein wunderschöner Fotospot, es stören nicht einmal die Regenwolken, die die Dolomiten verdecken. Was denkst du?


So geht unsere Reise ins wunderschöne Südtirol zu Ende. Eins ist sicher, wir kommen wieder.